Vandalismus an der Toleranzgrenze

Auf den Seiten des Freien Netz Jenas, einer rechtsextremistischen Internetseite, die in engem Zusammenhang zum braunen Haus in Jena steht, ist jüngst eine Meinung über den Preis für Zivilcourage, den die Stadt Jena jährlich vergibt, veröffentlicht worden. Unter der Überschrift „Zivilcourage als Etikettenschwindel“ spekulieren die Autoren der Seite darüber, wer denn die Auszeichnung dieses Jahr in Empfang nehmen könnte. Nach einigen Ausführungen, kommt das Freie Netz dann zu einem abschließenden Urteil: „Von der vielbeschworenen Zivilcourage im eigentlichen Sinne kann man jedoch in keinem der Fälle sprechen. […] Der Jenaer Preis für Zivilcourage ist ein Etikettenschwindel der übelsten Sorte und die Preisträger werden nur aus einer politischen Intention heraus durch ein Gremium gewählt, was sich für wirkliche Zivilcourage einen Scheißdreck interessiert.“ (Zitat Homepage FN Jena)

Vanalismus an der Toleranzgrenze 3Dann werden sich die Mitglieder des Freien Netzes, die ja offensichtlich mehr von Zivilcourage verstehen, fragen lassen müssen, welchen Mut eine ihrer kürzlich hier in Pößneck durchgeführten Aktionen beweißt. Es wurden nämlich die Toleranzgrenzenschilder, die in einem Kunstprojekt entstanden und 2009 vor dem Schützenhaus aufgestellt wurden, beschädigt und mit Aufklebern des Freien Netzes beklebt. Wie die hier veröffentlichten Bilder beweisen, handelt es sich um einen Akt von Vandalismus, der mit Zivilcourage allerdings nicht das Geringste zu tun hat, wie wir meinen.

Pößneck, den 31.03.2010


Zusatz

Das Freie Netz Jena gab heute, bezüglich des „Farbbeutelattentats“ auf das Haus des Jenaer Oberbürgermeisters Dr. Albrecht Schröter im Februar, bekannt, dass der Fall nun abgeschlossen und die Täter ermittelt seien. Diese kämen eben nicht aus der rechten Szene, sondern „einem anderen politischen Umfeld.“ Nach einigen geschmacklosen Beleidigungen wird dann behauptet, dass man den Angriff auf das Haus des Oberbügermeisters verurteile, weil man durchaus in der Lage sei, die eigene Weltanschauung argumentativ zu verteidigen.

Wie wahr diese Behauptung ist, zeigen die oben veröffentlichten Bilder allerdings sehr deutlich.

Pößneck, den 01.04.2010