Ergebnisse der Begleitausschusssitzung vom 13.05.2019

In der letzten Begleitausschusssitzung wurden Förderempfehlungen für folgende Projekte ausgesprochen:

SV Blau Weiß´90 Neustadt Orla e.V. – Feriengestaltung im ländlichen Raum

8.7.-12.7. und 15.7. – 19.7. 2019

Dieses Projekt soll Kindern und Jugendlichen im Alter von 6-14 Jahren des Saale- Orla- Kreises ermöglichen, eine gemeinsame Ferienfreizeit zu erleben und so in einen Erfahrungsaustausch durch gemeinsame Erlebnisse zu gelangen. Während einer fünftägigen Begegnung werden neben Sport (Fußball, Schwimmen, Badminton…) und Spiel insbesondere Themen wie Respekt, Toleranz und Demokratieverständnis behandelt. Die Kinder und Jugendlichen sollen in einen Erfahrungsaustausch gelangen. Durch die Teilnahme von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollen Erfahrungen mit Menschen anderer kultureller Herkunft gemacht werden. Zudem sollen durch finanzielle Unterstützung auch Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien die Möglichkeit haben, diese Erfahrungen zu machen und teilnehmen zu können. Jeder Teilnehmer bekommt Sportkleidung zur Verfügung gestellt, die im Eigentum verbleiben soll. Dies soll symbolisch zum Einheitsgedanken der Gruppe beitragen, soziale Unterschiede sollen keine Rolle spielen.

 

Förderverein der Staatlichen Grundschule Langenorla – Fest der Völkerverständigung

11. 5. 2019

In Langenorla finden seit 15 Jahren Gedenkveranstaltungen für die im Ortsteil Kleindembach der Gemeinde Langenorla untergebrachten Zwangsarbeiter der REIHMAHG statt.
An dieser Gedenkveranstaltung beteiligen sich viele Vereine der Gemeinde und die Einwohner bringen sich generationsübergreifend aktiv bei der Vorbereitung und Durchführung ein.Schwerpunkt ist in diesem Jahr wieder die Einbeziehung der jüngeren Generation in die Aktivitäten rund um die Gedenkveranstaltung.Durchgeführt werden unterschiedliche Projekte, die das Thema „Aufarbeitung und Aussöhnung“ aufnehmen und speziell für Kinder zugeschnitten sind. In Vorbereitung auf die Gedenkveranstaltung wird es für die Kinder der 4. Klasse der Grundschule Langenorla einen Vortrag über die NS-Zeit geben. Der Vortrag setzt sich mit den Folgen von Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung auseinander.

 

Pößneck Alternativer Freiraum e.V. – Sommerwerkstatt 2019

Auch 2019 wird der Verein Pößneck Alternativer Freiraum e.V. eine Sommerwerkstatt veranstalten. Mit einem bunten Programm aus Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Konzerten soll einerseits ein Bildungsangebot geschaffen werden, das den Teilnehmenden die Wichtigkeit einer Dialogkultur vermittelt, die angesichts der neurechten Bedrohung gerade im Thüringer Wahljahr 2019 von enormer Bedeutung ist. Geschichtliche Bezüge werden mit aktuellen Themen verbunden, womit aufgezeigt werden soll, dass demokratische Werte in unserer Gesellschaft auf dem Prüfstand stehen und verteidigt bzw. gewahrt werden müssen. Dies soll u.a mit einem Vortrag über das Projekt „Stolpersteine“ erreicht werden sowie einem Zeitzeugengespräch mit einem DDR-Systemkritiker.
Andererseits sollen durch das vielseitige kulturelle Angebot (u.a. Filmvorführung) demokratische Werte vermittelt und die Wichtigkeit alternativer Angebote im kulturellen Bereich deutlich gemacht werden.

 

Volkssolidarität Regionalverband Oberland e.V. – Handpuppen erklären Kindern die Demokratie

Kinder, Könige und die runde bunte Welt“ nennt sich das kleine Theaterstück, das die mobile „Fröhliche Kinderbühne“ des Weidenberger Künstlerduos Franziska Fröhlich und Siggi Michl mit ihren Handpuppen in der kleinen Guckkastenbühne darstellt. Das Stück soll in zwei Veranstaltungen für die Kindertagesstätten der Volkssolidarität RV Oberland e.V. aufgeführt werden. Teilnehmer sollen Kinder ab 5 Jahren sein. Ziel ist es, den Kindern die Grundprinzipen der Demokratie spielerisch näher zu bringen und die Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen bei den Kindern zu fördern. Die Kinder lernen in der erfundenen Geschichte zu begreifen, dass einer alleine nicht der Bestimmer sein kann. Im Verlauf des rund einstündigen, witzigen und musikalischen Stücks kommen auch bekannte Konflikte vor, die auf der Bühne gemeinsam gelöst werden.

 

Corvus e.V. – Anders-Art

16.8.2019

Mit dem künstlerischen Aktionstag am 16.08.2019 soll einerseits auf das Thema Kunst als Mittel zur Verständigung verschiedener Gesellschaftsgruppen im Allgemeinen, speziell aber auf Menschen mit Behinderung in der Kunst aufmerksam gemacht werden.
Inklusion ist auch heute noch nicht selbstverständlich. Es wird sich bei allen Formen der gezeigten Kunst auf Inklusion konzentriert und „Behinderungen“ und Umgang mit behinderten Menschen in den Fokus gerückt.
Auf dem Gelände des Franzenshof Pößneck werden am Aktionstag verschiedene Kunstrichtungen einen thematischen Knotenpunkt bilden. Verschiedene Künstler*innen sind persönlich vor Ort und präsentieren in Form von Ausstellungen, Lesungen und Musik sich, ihre Arbeiten und ihre Erkrankungen/Behinderungen.

 

Saale-Orla-Kreissportjugend – Interkulturelle Begegnung am Edersee

Während einer mehrtägigen Begegnung im Ederseecamp werden mittels erlebnispädagogischer Maßnahmen mit den Teilnehmenden insbesondere Themen wie demokratische Aushandlungsprozesse, Fairness, Respekt und Toleranz behandelt. Dabei geht es um die gemeinsame Auseinandersetzung junger Menschen sehr unterschiedlicher Herkunftsmilieus und ethnisch-kultureller Kontexte. Durch die Gruppendynamik werden Kommunikationsregeln erarbeitet, Respekt, Akzeptanz und Offenheit gefördert, das Selbstbewusstsein geschult und eigene Potenziale und Möglichkeiten erkannt. Im Rahmen dieser Interaktions- und Kommunikationsaufgaben werden Rollen aufgezeigt, anerkannt und zugewiesen und demokratische Prozesse erlebt. Aufgebaut auf verschiedener Ebenen erfahren die Teilnehmer Kennenlernspiele, Kommunikations- und Kooperationsspiele bis hin zum gegenseitigen Vertrauen.

 

Wanderausstellung – Macht der Gefühle

Wir haben die Anschaffung einer Ausstellung beschlossen die wir im ganzen Saale-Orla Kreis zeigen möchten. Herausgegeben von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur setzt sich die Ausstellung vor dem Hintergrund der zahlreichen Jahrestage 2019 mit der Geschichte von Demokratie und Diktatur in Deutschland auseinander. Dabei liegt der Fokus darauf, für den Betrachter einen Gegenwartsbezug zu schaffen: „Prägnante Texte, ca. 140 historische Fotos und Faksimiles sowie multimediale Begleitangebote regen dazu an, sich mit der Macht von Gefühlen in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen. Gefühle, so die These, waren Motor politischer und gesellschaftlicher Reform- und Demokratisierungsprozesse. Aber sie waren stets auch Gegenstand politischer Instrumentalisierung und Manipulation, besonders seitens der politischen Extreme des 20. Jahrhunderts.“

 

#SemmelOfLove – Aktion: Deine Heimat

Ernsthaft… Heimat?! Hat der Begriff in unserer Gesellschaft überhaupt noch was verloren? Wir finden: ja, unbedingt! Und damit sind wir nicht allein… deshalb hat die Bäckerei Scherf mit uns eine außergewöhnliche Aktion gestartet und nun stehen die Partnerschaften für Demokratie auf allen Brötchentüten.  Doch damit nicht genug: Es konnten bekannte Persönlichkeiten aus unserer Region gewonnen werden, die Aktion zu unterstützen und sich somit öffentlich zu einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft zu bekennen – der Pößnecker Kickbox-Weltmeister John Kallenbach, der Saalfelder Entertainer Didi Bujack und die Bad Blankenburger Falkner Sandra Jung und Benedikt Nyssen.

 

Didi Bujack (Bildmitte) bringt auf den Punkt, warum er die Idee so gut findet: „Wir dürfen das Wort Heimat – wie so viele Worte – nicht den Nationalisten überlassen.  ‚Deine Heimat‘ im Sinne von: Wir fühlen uns hier wohl, aber wir merken auch, dass es ein paar Dinge gibt, die uns überhaupt nicht schmecken. Und das ist Demokratie, das ist nicht Kuschelkurs, das ist Konflikt. Aber: Konflikt im Sinne von Wertschätzung – ich kann auch von jemandem, mit dem ich politisch null auf einer Wellenlänge bin, etwas mitnehmen und lernen.“

 

Bäckerei-Inhaber Marcus Scherf sagt dazu: „Bei Heimat dreht es sich doch um die Frage: Ist man mit dem Herzen in einer Region dabei? Und die Mischung Demokratie und Heimat gehört für mich einfach zusammen.“  Was haben aber jetzt die Brötchentüten damit zu tun? Es soll ein Gesprächsangebot sein, sagt Scherf: „Ich habe aktuell das Gefühl, dass die Menschen zwar übereinander reden aber nicht mehr miteinander. In einer Demokratie gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen auf aktuelle Geschehnisse und Herausforderungen. Das führt häufig zu Streit, der zu einer lebendigen Demokratie gehört wie das Wasser zur Suppe. Wichtig ist, dass man dabei respektvoll mit seinem Gegenüber umgeht und sich auch dessen Argumente anhört. Denn wie der Streit, so sind auch der Perspektivwechsel und der Kompromiss grundlegende Bestandteile einer funktionierenden Demokratie. Wenn sich Leute nur in ihrer Filterblase aufhalten und sich von Hass und Hetze leiten lassen, dann erreichen wir für unsere Region rein gar nichts.“

Gemeinsames Foto zur Pressekonferenz am 06.03.2019: (v.l.n.r.) Sandra Jung, John Kallenbach, Didi Bujack, Marcus Scherf, Sebastian Koch, Benedikt Nyssen.

Und auch der Pößnecker Kickbox-Weltmeister John Kallenbach unterstützt die Aktion:

„Wir können stolz sein darauf, was wir in unserer Heimat haben, was hier passiert, wie sich Menschen engagieren. Ich bin sportlich unterwegs, ich lerne sehr viele Menschen kennen und ich muss sagen, würde ich jedes Mal mit Vorurteilen an die Sache rangehen, dann wäre ich dort komplett falsch. Über den Sport kriege ich es hin, dass sich viele Menschen begegnen, die im normalen Alltag niemals etwas miteinander zu tun hätten. Da lernen sich Anwalt und Punk in Sportsachen kennen und kommen ins Gespräch. Und auch Leute, die stark in der Kategorie „deutsch“ denken, kommen in Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern und können so ihre Vorurteile abbauen. Wenn ich in meiner Arbeit an Schulen sehe, mit wieviel Hass und Aggression schon Kinder aufeinandertreffen und sich auf Äußerlichkeiten reduzieren, dann bereitet mir das große Sorgen. Deshalb will ich jungen Menschen ein Stück weit zeigen, dass man eben auch anders denken kann, dass man Augen und Ohren öffnen sollte, dass man den Menschen als Ganzes kennenlernen muss. Wir fühlen uns dafür verantwortlich, zu zeigen, wieviel mehr in jedem steckt, als man auf den ersten Blick sieht.“

Das Projekt ist eine Kooperation der Bäckerei Scherf mit den Partnerschaften für Demokratie im Saale-Orla-Kreis, Kreis Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Holzland-Kreis, Weimarer Land und Ilm-Kreis. Wir danken allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit!

 

Aufruf zur Antragstellung 2019

In unserer Partnerschaft kommen die Verantwortlichen aus der kommunalen Politik und Verwaltung sowie Aktive aus Vereinen und Verbänden zusammen. Alle Mitglieder des zentralen Gremiums, des Begleitausschusses, findet Ihr hier auf der Homepage unter Begleitausschuss.

Es werden  Projekte gefördert, die zum Mitgestalten, Mitdenken, Mitanpacken und Hinschauen anregen. Dabei steht, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft,  vor allem die Teilhabe an der Gestaltung der demokratischen Gesellschaft im Saale-Orla-Kreis im Mittelpunkt. Eine Übersicht über Projekte der letzten Jahre finden Ihr unter Projekte.

Handlungsgrundlage ist die Leitlinie „Bundesweite Förderung lokaler Partnerschaften für Demokratie“ des Bundesprogrammes „Demokratie leben“.

Ihr habt bereits eine Idee und benötigt Unterstützung bei Konzeptionierung, Planung und Umsetzung? Dann meldet euch bei uns!

Sämtliche Kontaktdaten findet Ihr hier.

Wir freuen uns auf euch!

Ergebnisse der Begleitausschusssitzung vom 22.11.2018

In der letzten Begleitausschusssitzung des Jahres 2018 kam es unter anderem auch zur Empfehlung einiger Projektanträge.

Der Empfehlung des Begleitausschusses folgt die Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis und freut sich somit folgende Projekte zu fördern:

 

Diakonieverein Orlatal e.V. – „Erzählcafé“

Diese Verantaltungen sind gefüllt mit Gesprächen und anschließender Diskussionsrunde, wie sich eine Familie aus Syrien, nun nach über 3jährigem Aufenthalt, in Neustadt/Orla und Umgebung integriert fühlt.
Diese Familie berichtete bereits vor 2 Jahren über ihre Erlebnisse bei der Flucht, sowie Ankunft und Aufnahme hier in Deutschland und in Neustadt.

Ziel ist es, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ins Gespräch zu bringen, um Wünsche oder Anregungen zu erfahren, wie Integration noch besser funktionieren kann.
Die Diskussion wird dokumentiert und der Ergebnisbericht an entsprechende Stellen weitergeleitet, zum Beispiel an das Landratsamt Saale-Orla-Kreis.

 

Freizeitzentrum Pößneck e.V.  „Theatertreff bunterkund“

Prinzip des Theatertreffs bunterkund ist, jeden Menschen ob behindert oder nicht, ob gesund oder krank, alt oder jung, am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Das Ziel des Theatertreffs bunterkund ist es, den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen und ihm dabei zu unterstützen sich eine eigene Meinung zu bilden, sie zu hinterfragen und zu reflektieren.

Der Theatertreff besteht aus vier Gruppen:

Das „Schwarze Theater – Wunderwelten“ besteht aus Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 – 14 (ein Kind mit Körperbehinderung) Jahren. Die Choreografin ist sehbehindert.

Die Theatergruppe „Konfetti“ ist eine Schülertheatergruppe (13 – 16 Jahre).

Die Gruppe „Butterblümchen“ besteht aus Menschen mit körperlich und geistigen Behinderungen und nicht behinderten Kindern.

Die Gruppe „Tratschweiber“ besteht aus erwachsenen Personen.

 

Bildungswerk Blitz e.V. Schulkonzept zur Fotoausstellung „Campanile mit Landschaft“ von Dr. Spiegler

Der dritte bewilligte Projektantrag stellt eine Ergänzung zu einem bereits im Januar dieses Jahres durchgeführten Projektes dar.

Es wurde entwickelt, um diese aussagkräftigen, höchstaktuellen Thematiken der Bilder auch Jugendlichen zugänglich zu machen. Die Ausstellung im Januar wurde nur von sehr wenigen Kindern und Jugendlichen besucht.

Die Fotografien des Künstlers Aribert Janus Spiegler zeigen eine neue, ungewohnte Sicht auf den Glockenturm am Ettersberg. Als Zentrum einer großen Mahnmalanlage wurde er 1958 errichtet, um an die Verbrechen im Konzentrationslager Buchenwald zu erinnern und die deutschen kommunistischen Widerstandskämpfer zu ehren. In seinen Fotografien setzt Spiegler bewusst bekannte Orte der „Hochkultur“ in Erfurt und Weimar in bildliche Beziehung zu diesem Mahnmal.
Ziel der Ausstellung ist es, den Teilnehmenden (Schüler*innen beider 10. Klassen des Orlatalgymnasiums) die Möglichkeit zu geben, sich die Ausstellung und deren Inhalt zu erschließen und die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse in Gruppenarbeit multimedial umzusetzen.
Alle Inhalte werden abschließend im Plenum präsentiert und diskutiert sowie der Transfer durch die Unterstützung von Begleitpersonen (Sozialpädagogen, Herrn Spiegler, PfD SOK) transferiert, d.h. den Inhalt in Beziehung zu aktuellen Themen wie gesellschaftliche Verantwortung, Zivilcourage, Menschenrechte, Demokratie und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gesetzt.

 

Allen Projektträgern herzliche Glückwünsche und gutes Gelingen für Ihre Projekte!

Sie haben eine Idee, wie Sie die Gesellschaft, in der Sie leben, mit einem Projekt fördern könnten? Sie haben Interesse, die demokratische Gesellschaft in der Sie sich bewegen, mit zu gestalten?

Dann wenden Sie sich an uns!

Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns!

Themenabend Antisemitismus am 13.11.2018 in Pößneck

Am 13.11.2018 konnten wir ca. 15 Personen zu einem Rundgang durch Pößneck zum jüdischen Leben in der Stadt begrüßen. Unter ihnen Prof. Dr. Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Christoph Lammert und Christian Rühl von Mobit, Robert Friedrich von ezra und einige interessierte Bürger des Landkreises. Geführt und mit etlichen Details versorgt wurden wir von Philipp Gliesing.


Im Anschluss fanden wir uns mit ca. 20 weiteren Interessierten im Bilke-Saal ein, um nach Vorträgen von C. Lammert und R. Friedrich, sowie einem Vortrag von Prof. Dr. Schramm zu diesem Thema zu diskutieren. Auf dem Podium zu dieser Diskussion ergänzte uns zu den bereits genannten Franziska Schmidtke, Stellvertretende Vorstizende der Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V., AG Erfurt.
Unter reger Beteiligung des Publikums wurden aktuelle Antisemitismusformen, die Rolle Israels und viele weitere Aspekte zum Teil sehr kontrovers diskutiert.
Sicherlich kann eine solche Veranstaltung nicht umfangreiche Antworten auf ein über zweitausendjähriges Problem geben, aber informieren, Denkanstöße geben und gegebenfalls sogar Projekte zu diesem Thema initiieren.

Ihr wollt euch engagieren?
Jederzeit!
Schreibt uns an, ruft uns an, sprecht uns an!

Vielen Dank an alle Teilnehmer!
Der Wunsch nach einer Folgeveranstaltung wurde vielfach geäußert, we’ll see…😉

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Schramm zu Antisemitismus

Die Meldungen, dass antisemitische Straftaten in diesem Jahr bereits um über 10 Prozent angestiegen sind, machen deutlich, dass Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft nach wie vor eine viel größere Rolle spielt, als es die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Um so wichtiger ist es, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie diese besorgniserregende Zunahme 80 Jahre nach dem Novemberpogrom von 1938, das den auch aus heutiger Sicht unfassbaren Auftakt zur Shoah einleitete, überhaupt erklärbar ist.

Um sich diesem Thema konstruktiv annähern zu können, sollen dem Publikum im Vortrag von Christoph Lammert und Robert Friedrich aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus veranschaulicht und verständlich erklärt werden. Anschließend werden  vorliegende Erkenntnisse zur Verbreitung von Antisemitismus und antisemitischen Einstellungen in Deutschland in den Blick genommen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die alltäglichen Erfahrungen und Perspektiven von deutschen Jüdinnen und Juden. Zum Abschluss geben die Beratungsstellen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus „Denk Bunt“ Mobit und ezra anhand von Beispielen aus der Praxis einen Einblick in Antisemitismus und antisemitische Gewalt in Thüringen.

Im Anschluss stellt der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Herr Prof. Dr. Reinhard Schramm, die aktuelle Antisemitismusdebatte aus Sicht der in Thüringen lebenden Juden dar. Aus dem Blickwinkel eines Betroffenen erhalten die Zuhörer Einblicke in eine Situation, die vielen fern scheint.

Den Vorträgen geht ein Rundgang zu den Pößnecker Stolpersteinen mit Philipp Gliesing voraus.

Beginn des Rundganges ist 17:00 Uhr, Treffpunkt ist vor der Stadtbibliothek Bilke, Klosterplatz 1, 07381 Pößneck, wo er auch endet.

Die Vorträge mit anschließender Diskussion beginnen 18:30 Uhr im Bilkesaal unter o.g. Adresse.

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme zum Rundgang, den Vorträgen und der anschließenden Diskussion.

 

 

 

 

 

 

Demokratiekonferenz 2018

„Demokratie3 – drei Themen, drei Termine, drei Locations“

Die Demokratiekonferenz 2018 der Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis

 

Im Zeitraum zwischen dem 18.09.2018 und dem 26.09.2018 fanden in Schleiz, Bad Lobenstein und Pößneck die drei Veranstaltungen der diesjährigen Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis statt.

 

Startschuss waren die zwei Filmvorführungen des Dokumentarfilms „Neben den Gleisen“ im Kino im Hörsaal in Schleiz.

45 Kinder und Jugendliche und ihre 5 Betreuer*innen sahen die Vorstellung am Vormittag und diskutierten anschließend untereinander und mit dem Regieassistenten und Kameramann Michael Kockott. Am Abend sahen knapp 20 Gäste den Film und beteiligten sich ebenso rege an der anschließenden Diskussion.

Am Folgetag kamen 60 Gäste zum Vortrag von Prof. Dr. Dreyer, der sehr kurzfristig für den erkrankten Dr. Gerber einsprang. Herr Prof. Dr. Dreyer referierte zu möglichen Parallelen zwischen den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Weimarer Republik und der heutigen Zeit. Dieses Thema griffen Frau Dr. Hetmank-Breitenstein, Herr Prof. Dr. Greiling, (beide FSU Jena), Frau Scherf-Michel (Kommunalpolitikerin), Herr Gruhner und Herr Kalich (beide MdL) unter der Leitung von Herr Dr. Haak in der Rolle des Moderators in der anschließenden Diskussion wieder auf. Auch hier waren 40 Kinder und Jugendliche vertreten, die interessiert und kritisch die anschließende Diskussion mitgestalteten.

Am 26.09.2018 folgte das abschließende Barcamp, bei dem sich über 30 Kinder und Jugendliche über viele Stunden zu Themen wie Politische Bildung, Mobbing an Schulen, Umgang mit Rassismus u.v.m. intensiv auseinandersetzten. Es wurde konzentriert gearbeitet in einer, den Wünschen der Jugendlichen entsprechenden Atmosphäre im Gebäude des PaF e.V. in Pößneck.

Teils wurden hier sogar bereits konkrete Absprachen unter den Teilnehmer*innen getroffen, wie z.B. ein Müllsammeltag in Pößneck. Ein hervorragendes arabisches Buffet gab der Mittagspause das nötige Tuning.

Somit befassten sich bei diesen drei Veranstaltungen knapp 120 Schüler*innen sowie einige wenige zivilgesellschaftliche Akteure und Verwaltungsmitarbeiter intensiv mit der aktuellen Situation im Landkreis und ihren Visionen zur Zukunft ihrer Region.

Nun gilt es die etwa 100 Feedbackbögen und die zahlreichen Rückmeldungen via Beteiligungsangebote auszuwerten und die weitere Arbeit der Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis einfließen zu lassen

Ergebnisse der Begleitausschusssitzung vom 03.05.2018 im Pflegeheim der Volkssolidarität Pößneck

Die Sitzung vom 03.05.2018 fand im Konferenzraum des Pflegeheims der Volkssolidarität Pößneck in der Jahnstraße 17a) statt, wofür an dieser Stelle nochmal unser herzlichster Dank steht.

Mit zwölf von achtzehn stimmberechtigten Mitgliedern waren 2/3 vertreten und die Beschlussfähigkeit somit gegeben.

Neben der Aktualisierung der Geschäftsordnung, die zeitnah auf unserer Homepage zu finden sein wird, sowie den ersten Gedanken zur diesjährigen Demokratiekonferenz des Landkreises, galt es noch, über drei aktuelle Einzelprojektanträge zu beraten.

Wir gratulieren den Antragstellern, deren vorgestellte Ideen zur Förderung empfohlen wurden!

 

1.  Ferien- und Freizeitgestaltung im ländlichen Raum

– SV Blau-Weiß ’90 Neustadt (Orla) e.V.

Gemeinsam führen die beiden Vereine SV Blau Weiß 90‘ Neustadt (Orla) e.V. und FC Chemie Triptis e.V. eine Fußball-Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 – 14 Jahren durch. Das Camp findet vom 09.07.18 – 13.07.18 sowie 16.07.18  – 20.07.18 jeweils von 08.00 Uhr – 17.00 Uhr statt.

Vormittags sollen sportliche Aktivitäten, Spiele und Wettkämpfe stattfinden. Am Nachmittag sollen verschiedene Ausflüge sowie Erholungsphasen stattfinden.

Zentrales Thema bei allen Aktivitäten werden Respekt, Toleranz und Demokratieverständnis sein. Durch die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, interkulturelle Kompetenzen zu erwerben und direkt mit den neuen Mitbürgern in Kontakt zu treten. Jeder Teilnehmer bekommt Sportkleidung zur Verfügung gestellt, die symbolisch zum Einheitsgedanken der Gruppe beitragen soll. Bei Besuchen verschiedener Vereine sollen die Kinder und Jugendlichen mehr über ehrenamtliche Arbeit erfahren. Die gemeinsamen Erlebnisse und der Austausch in der Gruppe schulen die soziale Kompetenz der Teilnehmer und tragen zur Bereicherung der persönlichen Lebenswelt bei.

Gemeinsame Kommunikations- und Verhaltensregeln, die es zu Beginn der Freizeit zu erarbeiten gilt, werden von den Teilnehmern während der Ferienfreizeit umgesetzt, überprüft und gegebenenfalls angepasst. Der Fokus liegt auch hier auf Respekt, Offenheit, Toleranz und Akzeptanz untereinander. Mithilfe von erlebnispädagogischen Methoden werden diese Themen bearbeitet und prägen sich so bei den Teilnehmern besser ein und ermöglichen einen Transfer in alltägliche Situationen der Teilnehmer. Am Ende eines jeden Tages werden das Erlebte und die Erfahrungen in der Gruppe reflektiert, besprochen, bearbeitet und evaluiert. Zudem findet am Ende jedes Durchganges ein Abschlussabend mit den Eltern statt, an welchem auch Kommunal- und/oder Landespolitiker teilnehmen.

 

2.  Krieg, Gewalt und Demokratieerfahrung 1918/19

– Förderverein für Stadtgeschichte e.V. Neustadt an der Orla

Im November werden es 100 Jahre, dass nach vierjährigem Krieg zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten Waffenstillstandsverhandlungen geführt wurden. Während dieser Beratungen vom 08. bis 11. November 1918 erfolgten am 9. November die Abdankung des Deutschen Kaisers Wilhelm II. und die Ausrufung der „Weimarer Republik“. Zuvor war es seit dem 03.11. 1918 zu revolutionären Unruhen gekommen (Novemberrevolution). Das Projekt widmet sich nicht der „Weltgeschichte“, sondern mit den Schwerpunkten Gewaltprävention, Demokratieerfahrung und Weltoffenheit dem Geschehen vor Ort. Es gliedert sich in drei Bestandteile:

  1. Ausstellung

Nach anfänglicher Begeisterung bei Kriegsausbruch im August 1914, kippte die Stimmung jedoch, da sich die Lage an der „Heimatfront“ rasch verschlechterte und es enorme Kriegsverluste gab. Dies führte dazu, dass aus dem Freudentaumel tiefe Trauer und Verzweiflung wurden. Mehr als 230 junge Männer aus Neustadt an der Front den Tod, der erste drei Wochen nach Kriegsausbruch, als letzter der 18-jährige Malerlehrling Heinrich Patzer.

Eine Projektgruppe des Orlatal-Gymnasiums beschäftigt sich mit den Biographien aller gefallenen Soldaten aus ihrer Heimatstadt, die in vielen Fällen nicht älter waren als heutige Gymnasiasten. Die Beschäftigung gilt aber auch der Situation an der „Heimatfront“ zu Hause, wodurch das Schicksal der Schwestern und Mütter der Gefallenen in den Fokus tritt. Auf der Grundlage von Quellen des Neustädter Stadtarchivs und der örtlichen Presse (u. a. Todesanzeigen) wird eine Dokumentation erarbeitet, die öffentlich in dieser Ausstellung gezeigt wird.

 

  1. Historische Lesung als ca. achtstündige Aktion unter dem Arbeitstitel „Nie wieder Krieg – Kriegstote mahnen“

Aus der Beschäftigung mit den Biographien aller „Weltkriegstoten“ aus Neustadt an der Orla wird eine Lesung in Zusammenarbeit mit Schüler_innen des Orlatal-Gymnasiums entwickelt, während der all diese Kriegsopfer in Erinnerung gerufen werden und eine biographische Würdigung erfahren. Am 09.11.2018 in Neustadt an der Orla wird in den einführenden Erläuterungen hierzu auf die Kriege der Gegenwart und auf die Kriegsgefahr auch für uns hingewiesen, aber auch auf die Opfer und das Leid bei den Kriegsgegnern 1914/18. Dies mündet in einem Plädoyer für Frieden, Toleranz und Weltoffenheit.

 

  1. Historischer Vortragsabend

Kriegsende und Neubeginn erhielten „vor Ort“ ihre konkrete Gestalt durch die Heimkehr der überlebenden, oft schwer verwundeten Soldaten und durch die politischen Veränderungen in jenem Staat, zu dem Neustadt an der Orla in jener Zeit gehörte: das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Hier erfolgte der Thronverzicht durch Großherzog Wilhelm Ernst ebenfalls am 9. November 1918. Für die Menschen eröffneten sich fortan neue Möglichkeiten der politischen Teilhabe (Arbeiter- und Soldatenräte, kommunalpolitisches Engagement), und es begann der Übergang zur Demokratie der Weimarer Republik.

Dem Ende von Erstem Weltkrieg und Fürstenherrschaft im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach soll am 16.11.2018 in Neustadt an der Orla im Augustinersaal ein historischer Vortragsabend gewidmet werden, für den der Leitende Archivdirektor des Landesarchivs Thüringen, Herr Dr. Bernhard Post (Weimar) gewonnen werden konnte.

 

3.  Neustädter KinoSommer

– Ehrenamtsinitiative „Neustädter KinoSommer“

Der Neustädter Kinosommer ist eine Veranstaltungsreihe innerhalb des kulturellen Angebots der Stadt Neustadt. Seit bereits 9 Jahren initiieren ehrenamtliche Organisatoren Kinoabende an ungewöhnlichen Orten, um neben guter Unterhaltung auch Diskussionen und Denkanstöße über brisante oder aktuelle Themen unter den Zuschauern anzuregen.

Bei der Filmauswahl folget man nicht dem Mainstream, sondern setzt bewusst auf kleinere Produktionen und Nischenfilme. Auch bei den Präsentationen der Filme werden besondere, außergewöhnlich oder auch thematisch angepasste Orte gewählte. Oft folgen Gedankenaustausch oder moderiete Gespräche gleich unmittelbar nach der Kinoveranstaltung.

Dieses Jahr werden zwei Filme mit hochaktuellen Themen unserer Gesellschaft präsentiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bewältigung und der Umgang mit/von Stress und  Gewalt, sowie die aktuell verstärkt diskutierte Geschlechterfrage.

Zu diesen Themen werden am 29.06.2018 der Film „Nur Fliegen ist schöner“ und am 17.08.2018 der Film „The danish girl“, jeweils mit anschließender Diskussion, gezeigt.

 

Allen Projektträger nochmals unsere Glückwünsche und auch die besten Wünsche zur Umsetzung der Projekte!

Ergebnisse der Begleitausschusssitzung vom 15.03.2018 im Rathaus von Neustadt an der Orla

Neben den Tätigkeitsberichten des Jugendforums und der Externen Koordinierungs- und Fachstelle, standen bei der vergangenen Sitzung die Projektanträge des ersten Quartals im Mittelpunkt.

 

Wir freuen uns dass folgende Projekte zur Förderung empfohlen wurden:

 

1. Fotoausstellung „Landschaft mit Campanile“

– Dr. Spiegler

Die Foto-Ausstellung „Landschaft mit Campanile“ war vom 24. Januar bis zum 28. Februar im Landratsamt Saale-Orla zu sehen und wurde von Landrat Thomas Fügmann eröffnet.

Dr. Aribert Janus Spiegler fokussiert mit seiner Ausstellung nur scheinbar den Blick auf den Glockenturm am Ettersberg – den Campanile. Er erinnert an das Konzentrationslager Buchenwald und damit an einen Ort der Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus als einen Ort der Un-Kultur. Dieser tritt in den Fotografien in unmittelbaren Dialog mit den Orten der Hoch-Kultur in Weimar und Erfurt.

Die Foto-Serie öffnet den Blick für geschichtliche Zusammenhänge in der deutschen und damit europäischen Geschichte. Sie verweist auf aktuelle Herausforderungen, die geeignet sind, Verantwortung aus dieser Geschichte für das Heute und Jetzt zu übernehmen. Die Begleittexte verschaffen dem Betrachter einen leichten Zugang zu den Inhalten, die in der Summe ein Plädoyer gegen alle Formen der Gewalt, der Fremdenfeindlichkeit und der Intoleranz sind.

 

2. Fest der Völkerverständigung am 12.05.2018

– Förderverein der Grundschule Langenorla e.V.

In Langenorla finden seit 15 Jahren Gedenkveranstaltungen für die im Ortsteil Kleindembach der Gemeinde Langenorla untergebrachten Zwangsarbeiter der REIHMAHG statt.
An dieser Gedenkveranstaltung beteiligen sich viele Vereine der Gemeinde und die Einwohner bringen sich generationsübergreifend aktiv bei der Vorbereitung und Durchführung ein.

Schwerpunkt ist in diesem Jahr wieder die Einbeziehung der jüngeren Generation in die Aktivitäten rund um die Gedenkveranstaltung.

Durchgeführt werden unterschiedliche Projekte, die das Thema „Aufarbeitung und Aussöhnung“ aufnehmen und speziell für Kinder zugeschnitten sind.

In Vorbereitung auf die Gedenkveranstaltung wird es für die Kinder der 4. Klasse der Grundschule Langenorla einen Vortrag über die NS-Zeit geben. Der Vortrag setzt sich mit den Folgen von Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung auseinander.

Während eines weiteren Projektes werden die Kinder die Gedenkstätte für die 152 slowakischen Widerstandskämpfer sowie die Gedenkstätte für die drei ermordeten Italiener (KZ-Häftlinge) pflegen.

Während der Gedenkveranstaltung am 12. Mai 2018 (Fest der Völkerverständigung) legen die Schüler gemeinsam mit den Zwangsarbeitern bzw. deren Angehörigen Blumen an der Gedenkstätte ab.

 

3. Begleitung des Jugendforums und Betreuung des Jugendfonds

– Kreisjugendring Saale-Orla e.V.

Das Jugendforum wurde zur Stärkung der Beteiligung von jungen Menschen an der „Partnerschaft für Demokratie“ eingerichtet. Die Mittel werden zur Förderung von Projekten verwendet, welche die Zielstellung des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ verfolgen. Ziel ist, junge Menschen für Beteiligungsprozesse zu begeistern und darin zu unterstützen, Gesellschaft selbständig mitzugestalten und nach ihren Ideen und Bedürfnissen zu entwickeln. Das Jugendforum knüpft an die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort an.

Der Kreisjugendring Saale- Orla e.V. unterstützt das Jugendgremium „Jugendbeirat“ bei der Organisation. Der Jugendbeirat ist das Entscheidungsgremium, dass darüber befindet, wer, wie viel und für was Mittel aus dem Jugendfonds erhält.

Der Kreisjugendring Saale- Orla e.V. begleitet die Akteurinnen und Akteure des Jugendforums fachlich und verwaltet die bereitgestellten Mittel des Jugendfonds. Durch die Begleitung des Kreisjugendrings soll der Zugang zu den Mitteln des Jugendfonds für die Jugendlichen möglichst einfach gestaltet werden. Durch die individuelle Beratung soll den Jugendlichen die Angst vor den bürokratischen Hürden genommen werden.

 

4. Wanderausstellung „Kindern eine Stimme geben!“

– Bildungswerk Blitz e.V.

„Kindern eine Stimme geben“ war das Motto des jährlich am 20. September stattfindenden Weltkindertages im Jahr 2017. Im Vorfeld der Bundestagswahl riefen die Kinderrechtsorganisationen gemeinsam dazu auf, mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland zu schaffen.

Weil sich Bildungswerk BLITZ e.V. dieser Forderung uneingeschränkt anschließt, wurde am 23.09.2017, dem Wahlsonntag, in Pößneck ein Kinderfest organisiert und durchgeführt, verknüpft mit dem Transport des inhaltlichen Anliegens „Kindern eine Stimme geben.“ Gefördert wurde auch dieses Projekt durch die Partnerschaft für Demokratie.
Um eine Nachhaltigkeit der Veranstaltung und die Weiterarbeit im Themenfeld zu gewährleisten, entstand diese Wanderausstellung. Während der Veranstaltung fertigte ein Fotograf hochwertige Porträtfotos von Kinder und Jugendlichen an. Die TeilnehmerInnen formulierten zuvor einen Wunsch oder eine Botschaft und schrieben diese in eine Sprech- oder Denkblase, die dann ebenfalls auf dem Foto zu sehen ist. Ebenfalls sollen die im Vorfeld der Veranstaltung entstanden Bilder des Malwettbewerbs an den Schulen Eingang in die Ausstellung finden.
Teil des begleitenden pädagogischen Konzeptes sind Fragen, Anmerkungen und Anregungen, die in 10x15cm-großen Rahmen an den Fotos angebracht sind. Das Konzept beinhaltet Einheiten (von mindestens je 45 Minuten) zu verschiedenen Themen, die in direkter Beziehung zur Ausstellung stehen wie z.B. Kinderrechte, Menschenrechte, Partizipation, Flucht und Migration sowie Geschlechterrollen, die mit erlebnis-, spiel- und medienpädagogischer Gruppenarbeit einfach und für jede/n nachvollziehbar erläutert werden. Das Konzept wird Multiplikatoren/innen zur Verfügung gestellt.

 

5. Gemeinsam in einem Boot: interregionale und interkulturelle Begegnung am Thüringer Meer

– Saale-Orla-Kreissportjugend im Saale-Orla-Kreissportbund e.V.

Dieses Projekt soll Kindern und Jugendlichen durch einen niederschwelligen Zugang ermöglichen, in einen lebensweltlichen Erfahrungsaustausch zu treten. Während einer mehrtägigen Begegnung im Seesport und Erlebnispädagogischen Zentrum Kloster werden mittels erlebnispädagogischer Maßnahmen mit den Teilnehmenden insbesondere Themen wie demokratische Aushandlungsprozesse, Fairness, Respekt und Toleranz behandelt. Dabei geht es um die gemeinsame Auseinandersetzung junger Menschen sehr unterschiedlicher Herkunftsmilieus und ethnisch-kultureller Kontexte. Alle zusammen sollen der Frage nach eigenen Potenzialen und Teilhabemöglichkeiten nachgehen.
Die Teilnehmenden der Partnerregionen (SOK und Rheingau-Taunus) haben sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Personen mit Migrationshintergrund. In der Partnerregion ist der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich höher, wohingegen die Zuwanderung im Saale-Orla-Kreis erst in der jüngeren Vergangenheit zugenommen hat.
Die Interregionale Perspektive kommt zudem ins Spiel, wenn ehrenamtliches Engagement (im Sportverein, Jugendtreff, etc.), Ausgrenzungserfahrungen und Zukunftsperspektiven zum Thema werden. Neben den Gruppenerlebnissen werden auch persönlichkeitsstärkende Aufgaben absolviert. Die Programmumsetzung findet in der Natur statt, deshalb sind auch Ökologie und Nachhaltigkeit thematischer Bestandteil der Begegnung.

Die zentrale Methode des Projektes ist der erlebnispädagogische Ansatz, durch den die genannten Themen partizipativ bearbeitet werden. Die Erlebnispädagogik befasst sich mit Gruppen-Erfahrungen in der Natur, um die eigene Persönlichkeit aber auch soziale Kompetenzen zu entwickeln. Durch die gemeinschaftliche Bewältigung von Aufgaben ist eine Auseinandersetzung der Jugendlichen untereinander unabdingbar, Gruppenprozesse werden initiiert, intensiv erfahren und verarbeitet.
Sämtliche Erfahrungen dieser gemeinsamen Erlebnisse werden in direkt anschließenden Reflexionsrunden mit methodischer Vielfalt thematisiert und bearbeitet.

 

Allen Projekten wünschen wir bestes Gelingen und hoffen, dass durch dieses beispielhafte Engagement weitere Akteure animiert werden, sich im Landkreis für ein besseres Miteinander einzusetzen.