Impressionen vom 11.09.2010 – Protestveranstaltung gegen rechtsextremistische Bestrebungen in Pößneck und anderswo.

Am 31.08.2010 wurde das sogenannte „Fest der Völker“, das in Pößneck angemeldet war, abgesagt. Auch wenn dies ein Grund zur Freude ist, ist es wichtig für unsere Stadt ein deutliches Zeichen gegen rechtsextremistische Bestrebungen zu setzen. Deshalb fand unsere demokratische Veranstaltung unter dem Motto „Diese Stadt hat Nazis satt 2.0“ trotzdem statt.

Pößnecker Aufruf

KEIN ZWEITES „FEST DER VÖLKER“ in unserer Stadt am 11. September 2010

 

Die NPD hat für den 11.9.2010 erneut das europaweit beworbene Konzert von rechtsradikalen Bands in Pößneck mit dem irreführenden Namen „Fest der Völker“ angemeldet. Im Jahr 2009 ist es in der Zusammenarbeit aller demokratischen Kräfte gelungen, aus dem ersten Versuch dieser Veranstaltung in Pößneck ein schlecht besuchtes Hinterhofkonzert zu machen, das seine geplante Öffentlichkeitswirkung so gut wie gar nicht erreicht hat.

In diesem Jahr kann es für Demokratinnen und Demokraten nur ein Ziel geben: Das berüchtigte Nazi- Spektakel darf in Pößneck nicht stattfinden! Dazu werden alle Menschen mit demokratischer Gesinnung aus Pößneck und der ganzen Republik aufgerufen, sich mit Ideen und aktiver Teilnahme einzubringen. Die gelungenen Aktionen aus anderen Städten, allen voran Jena und Dresden, sollen uns dabei Orientierung und Hilfe sein.

Viele Menschen aus dem ganzen Land stehen mit uns in solidarischer Verbindung und werden die Pößneckerinnen und Pößnecker unterstützen. Lassen Sie uns in einer breiten und bunten Bewegung zeigen, dass undemokratisches und menschenverachtendes Gedankengut weder in unserer Stadt noch in Jena, Dresden oder anderswo Platz greifen kann!

Lesung – Neonazis in Nadelstreifen

Lesung: Andrea Röpke
„Nazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft“ –  am 10.06.2010, um 19.00 Uhr im Pößnecker Rathaus

Achtung: Die Lesung findet im Rathaus statt und nicht wie wie auf dem Flyer angegeben in der Stadtbibliothek „Bilke“

Die Veranstaltenden behalten sich nach § 6 des Versammlungsgesetzes vor, von
ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien
oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder
bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische oder antisemitische
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren
oder von dieser auszuschließen.

…betrifft Schützenhaus

Pößneck bleibt Aufmarschgebiet der Rechten

Flagge auf Halbmast
Flagge auf Halbmast

Auch nach dem Tod Jürgen Riegers im Oktober 2009 bleibt das Schützenhaus in der Hand rechtsextremer Kreise. Wie die JournalistInnen Andrea Röpke und Maik Baumgärtner berichteten, steht bis jetzt fest, dass die Immobile des Schützenhauses von Rieger quasi treuhänderisch verwaltet wurde. Rieger war zudem Verwalter der „Wilhelm Tietjen Stiftung Ltd.“, einer Stiftung für Fertilisation, deren Vermögen auf über eine Millionen Euro geschätzt wird.

Der kinderlose ehemalige Lehrer Wilhelm Tietjen (1903-2002) vererbte sein Vermögen der rassistischen „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e. V.“ (GfbAEV) und setzte Rieger als Testamentsvollstrecker ein. Seitdem war Rieger Geschäftsführer der Wilhelm Tietjen Stiftung und Vorstandsmitglied GfbAEV zugleich. Dies wurde bei der Durchsicht der von Rieger hinterlassenen Papiere festgestellt. Zwar ist die rassistische GfbAEV noch nicht formal als Erbe der Tietjen-Stiftung eingetragen, aber der in Schleswig-Holstein ansässige Verein gilt als zukünftiger Eigentümer des Schützenhauses und einer weiteren Immobilie in Niedersachsen.

Es werden also nicht, wie eigentlich erwartet worden war, die vier Kinder des NPD-Anwalts die Immobilien erben, sondern eben jener rassistische Verein, der im Januar dieses Jahres zudem einen neuen Vorsitzenden wählen musste. Dabei handelt es sich um den bekannten Neonazi Marc Müller, der innerhalb der von Jürgen Rieger gegründeten Artgemeinschaft („Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“) eine wichtige Rolle einnahm und als dessen Vertrauter galt. Müller und dessen Ehefrau Petra, die eine Mitbegründerin des NPD-Ablegers „Ring nationaler Frauen“ ist, waren bereits in der verbotenen „Wiking-Jugend“ sowie der seit 2009 ebenfalls verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ aktiv.

Das neue Straßenschild
Das neue Straßenschild

So ist es auch nicht verwunderlich, dass am 6. Februar ein Rechtsrock-Konzert im Schützenhaus stattfinden konnte, zu dem Andre Kapke, einer der führenden Neonazis in Thüringen, per SMS ausgewählte Gäste geladen hatte. Aus verlässlichen Quellen verlautbarte, dass bis zu 200 Personen ins Schützenhaus gekommen waren, um vermutlich drei Bands aus der rechten Musikszene zu lauschen.

Auch am 27. Februar sollte erneut ein Konzert im Schützenhaus stattfinden, das allerdings durch das Oberverwaltungsgericht in Weimar verhindert werden konnte. Wie die OTZ berichtete, hat das OVG Weimar ein weitgehendes Nutzungsverbot für Veranstaltungen verhängt, da das Haus erhebliche Brandschutzmängel aufweist. Auch an diesem Wochenende sollten wieder knapp 200 Neonazis anreisen.

Initiative gegen das Vergessen weiter aktiv

Gegen diese nicht enden wollenden Umtriebe wurde in der vergangenen Woche jedoch ein zivilgesellschaftliches Zeichen gesetzt. In einer Gedenkveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchgemeinde Pößneck gedachte die parteiunabhängige Initiative Aktionsbündnis Courage (ABC) gemeinsam mit zahlreichen interessierten Bürgern der Stadt den ermordeten drei Mitgliedern der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst. Nach einem Friedensgebet und einem Mahngang durch die Geschwister-Scholl-Straße wurde am Schützenhaus das Straßenschild jener Straße, die den Namen der mutigen Geschwister trägt, symbolisch erneuert. Dieses Schild soll daran erinnern, dass im Gedenken an die selbstlose Tat der Ermordeten, Engagement und Wachsamkeit notwendig sind, um Vielfalt und Toleranz in einer Gesellschaft zu sichern, die fern von Rassismus und Intoleranz bleiben möchte.

Plakatwand am Schützenhaus stärkt die "Toleranzgrenze" (Bild: ABC)
Plakatwand am Schützenhaus stärkt die „Toleranzgrenze“ (Bild: ABC)

Vandalismus an der Toleranzgrenze

Auf den Seiten des Freien Netz Jenas, einer rechtsextremistischen Internetseite, die in engem Zusammenhang zum braunen Haus in Jena steht, ist jüngst eine Meinung über den Preis für Zivilcourage, den die Stadt Jena jährlich vergibt, veröffentlicht worden. Unter der Überschrift „Zivilcourage als Etikettenschwindel“ spekulieren die Autoren der Seite darüber, wer denn die Auszeichnung dieses Jahr in Empfang nehmen könnte. Nach einigen Ausführungen, kommt das Freie Netz dann zu einem abschließenden Urteil: „Von der vielbeschworenen Zivilcourage im eigentlichen Sinne kann man jedoch in keinem der Fälle sprechen. […] Der Jenaer Preis für Zivilcourage ist ein Etikettenschwindel der übelsten Sorte und die Preisträger werden nur aus einer politischen Intention heraus durch ein Gremium gewählt, was sich für wirkliche Zivilcourage einen Scheißdreck interessiert.“ (Zitat Homepage FN Jena)

Vanalismus an der Toleranzgrenze 3Dann werden sich die Mitglieder des Freien Netzes, die ja offensichtlich mehr von Zivilcourage verstehen, fragen lassen müssen, welchen Mut eine ihrer kürzlich hier in Pößneck durchgeführten Aktionen beweißt. Es wurden nämlich die Toleranzgrenzenschilder, die in einem Kunstprojekt entstanden und 2009 vor dem Schützenhaus aufgestellt wurden, beschädigt und mit Aufklebern des Freien Netzes beklebt. Wie die hier veröffentlichten Bilder beweisen, handelt es sich um einen Akt von Vandalismus, der mit Zivilcourage allerdings nicht das Geringste zu tun hat, wie wir meinen.

Pößneck, den 31.03.2010


Zusatz

Das Freie Netz Jena gab heute, bezüglich des „Farbbeutelattentats“ auf das Haus des Jenaer Oberbürgermeisters Dr. Albrecht Schröter im Februar, bekannt, dass der Fall nun abgeschlossen und die Täter ermittelt seien. Diese kämen eben nicht aus der rechten Szene, sondern „einem anderen politischen Umfeld.“ Nach einigen geschmacklosen Beleidigungen wird dann behauptet, dass man den Angriff auf das Haus des Oberbügermeisters verurteile, weil man durchaus in der Lage sei, die eigene Weltanschauung argumentativ zu verteidigen.

Wie wahr diese Behauptung ist, zeigen die oben veröffentlichten Bilder allerdings sehr deutlich.

Pößneck, den 01.04.2010

Gedenken an Geschwister Scholl und Christoph Probst

Logo Aktionsbündnis CourageMünchen, 22.02.1943, 16 Uhr: Im Gestapo-Gefängnis nehmen Robert und Magdalena Scholl Abschied von ihren Kindern Hans (24) und Sophie (21). Wegen Auslegen ihres Flugblatts „Weiße Rose“ in der Münchener Uni wurden sie vier Tage zuvor verhaftet, dem Tag, an dem Josef Goebbels im Berliner Sportpalast die Frage stellte „Wollt ihr den totalen Krieg?“

Das Pößnecker Aktionsbündnis Courage, in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche, führt aus diesem Grund am 22.02.2010 ein Gedenken in Erinnerung an die drei Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ durch. 18 Uhr beginnen wir ein Friedensgebet im Gemeindezentrum am Kirchplatz. Nach dem Friedensgebet beginnen wir einen Mahngang in die Geschwister-Scholl- Straße. Im Zuge dessen wollen wir das dortige Straßenschild erneuern.

 Es gilt hier, Menschen zu gedenken die ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben, Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten und dies mit dem Tod durch Enthauptung bezahlten.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger von Pößneck sind herzlich hierzu eingeladen.

Benefizkonzert der Volkssolidarität Pößneck

Volkssolidarität - Sozial- und Wohlfahrtsverbandim Rahmen des LAP (Lokaler Aktionsplan Pößneck) am 10.11.09

Vielfalt tut gut – so lautet das Arbeitsmotto unseres Mädchenheimes in einem Projekt des Lokalen Aktionsplanes für Vielfalt in Pößneck (LAP), welches Grundwerte der Demokratie, Toleranz & Akzeptanz gegenüber fremden Kulturen und Ländern zum Thema macht. Doch was ist unter einer solchen Vielfalt eigentlich zu verstehen? Was bringt eine damit verbundene Solidarität mit sich? Wie kann ein solches Miteinander gestaltet werden? Mit diesen Fragen haben sich die Mitarbeiter des Projektes intensiv auseinandergesetzt. Ein Benefizkonzert soll den Höhepunkt dessen darstellen, worin Inhalte des Projektes veranschaulicht und in einem bunten Miteinander dargestellt werden.
Dieses wird am 10.11.2009 um 15.00 Uhr im Saal des Betreuten Wohnens der Volkssolidarität Pößneck e.V.; Jahnstraße 23 stattfinden. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ gefördert.
Für ein abwechslungsreiches Programm sorgen die Musikschulen aus Pößneck, einige Schüler des Förderzentrums, die Tanzgruppe des Mehrgenerationshauses und die Mädchen des Mädchenheimes der Volkssolidarität.
Den Höhepunkt des Konzertes bildet die Samba-Gruppe von Escola Popular, die mit ihrer Trommlerkunst bereits in ganz Thüringen und darüber hinaus die Leute begeistert hat.
Also: Fühlen Sie sich angesprochen und lassen Sie sich von uns, den Mitarbeitern des LAP Projektes, ganz herzlich einladen, um einen ereignisreichen Nachmittag zu genießen. Wir freuen uns auf SIE!

LAP Projekt der
Volkssolidarität Pößneck e.V.
Dr.Wilhelm-Külz-Straße 5
07381 Pößneck
Internet: www.vs-poessneck.de
E-Mail: geschaeftsstelle@vs-poessneck.de

Telefon: 03647 4403-0
Telefax: 03647 4403-33

benefizkonzertdervolkssolidarität